Kapitel 1
Alejandro Salamanca
Geboren im Herzen Kolumbiens – in den heißen Straßen von Medellín – wuchs Alejandro Salamanca zwischen Armut, Chaos und einer unausweichlichen Nähe zur Gewalt auf. Schon früh lernte er, dass das Gesetz des Stärkeren in seinem Viertel mehr zählte als jedes geschriebene Wort.
Mit 16 Jahren wurde er zum Boten des Medellín-Kartells, nicht lange danach war er mittendrin – Transporte, Erpressungen, Schutzgelder. Alejandro tat, was getan werden musste. Er war weder der lauteste noch der gefährlichste, aber er war klug, loyal und skrupellos, wenn es sein musste. Schnell stieg er in der Hierarchie auf, doch jeder Aufstieg hat seinen Preis. Ein Hinterhalt, ein Verrat, eine Nacht voller Blut. Seine engsten Hermanos fielen und Alejandro selbst wurde schwer verletzt.
In einem abgelegenen Versteck an der Grenze zu Mexiko begegnete er zum ersten Mal Santa Muerte – nicht als Mythos, sondern als Präsenz, als letzte Zuflucht. In der Verzweiflung vollzog er ein altes Todesritual, opferte Blut, brannte heilige Kräuter und schwor ewige Treue. Er überlebte – doch der Mann, der aus diesem Ritual hervorging, war nicht mehr derselbe. Alejandro war nun El Renacido, der Wiedergeborene. Die Straßen sprachen von ihm im Flüstern, als sei er unsterblich – ein Gespenst des Kartells mit dunklen Augen und einem Schutz, den selbst Kugeln mieden.